SELTENER ANATOMISCHER ABDRUCK : ZYKLOPISCHER FÖTUS, 19. JAHRHUNDERT
SELTENER ANATOMISCHER ABDRUCK : ZYKLOPISCHER FÖTUS, 19. JAHRHUNDERT
Weltweiter Gratisversand – sichere und geschützte Lieferung
ref: #RK00-846Verfügbarkeit für Abholungen konnte nicht geladen werden
Seltener medizinischer Gipsabguss mit patinierter Oberfläche, der einen zyklopischen Fötus mit einer schweren kraniellen Fehlbildung darstellt – ein emblematisches Objekt der Teratologie des 19. Jahrhunderts. Vollständig mit seiner weißen Atelierpräparation überzogen, gibt er mit eindringlicher Genauigkeit einen authentischen Fall von Zyklopie wieder, der die Folge einer alobaren Holoprosenzephalie ist, einer der spektakulärsten und zugleich gefürchtetsten Anomalien der Medizingeschichte. Die stark veränderten Schädelvolumina zeugen von der sogenannten „zyklopischen Schädelbildung“, während das Fehlen einer fazialen Differenzierung dem Gesamtbild eine zugleich verstörende und kraftvolle Präsenz verleiht. Solche Abgüsse, direkt nach realen Präparaten gefertigt, dienten als erstklassige Lehrmittel an medizinischen Fakultäten, in anatomischen Kabinetten und in hospitalischen Sammlungen, in denen Studierenden die großen Kategorien angeborener Fehlbildungen vermittelt wurden.
Das Objekt befindet sich für ein Stück dieser Art und dieses Alters in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand und bewahrt seine vollständige originale Patina sowie die charakteristischen Spuren der Atelierhandhabung. Auf der Rückseite verleihen zeitgenössische handschriftliche Vermerke und eine rote Inventarnummer dem Stück eine wesentliche museale Dimension, bestätigen seine Zugehörigkeit zu einer Studiensammlung und stärken seine wissenschaftliche Authentizität. Abgüsse dieser Art wurden nur in sehr geringer Stückzahl hergestellt, wobei jedes Exemplar aufgrund der Einzigartigkeit des abgeformten Subjekts ein Unikat darstellt. Zahlreiche Exemplare gingen im Zuge der Krankenhausreformen des 20. Jahrhunderts verloren oder wurden zerstört, als die Teratologie nicht mehr visuell gelehrt wurde, was die erhaltenen Stücke heute besonders begehrt bei Sammlern medizinischer Kuriositäten und musealen Institutionen macht.
Abgüsse von zyklopischen Föten aus dem 19. Jahrhundert sind von großer Seltenheit, sowohl aufgrund der geringen klinischen Inzidenz dieser extremen Pathologie als auch aufgrund der Entwicklung ethischer und wissenschaftlicher Standards, die der Herstellung solcher Modelle ein Ende setzten. Die heute erhaltenen Exemplare befinden sich größtenteils in wenigen renommierten Sammlungen, wie dem Musée Dupuytren in Paris oder den großen europäischen Kabinetten der pathologischen Anatomie. Das hier vorgestellte Stück steht in dieser historischen Tradition: ein unmittelbares Zeugnis früherer Lehrmethoden an der Schnittstelle von Wissenschaft, Medizingeschichte und Kuriositätenkabinett.
EPOCHE : 19. Jahrhundert
ABMESSUNGEN : 14 cm × 14 cm
GRÖSSE : 5,5" × 5,5"
Die fetale Zyklopie, bereits in der Antike beschrieben, faszinierte über Jahrhunderte hinweg Ärzte, Philosophen und Naturforscher. Lange Zeit als prodigiöse oder übernatürliche Erscheinung gedeutet, wurde sie erst mit den Fortschritten der modernen Embryologie verstanden, die aufzeigten, dass es sich um die schwerste Form der Holoprosenzephalie handelt, bei der sich das Vorderhirn nicht in zwei Hemisphären teilt. Betroffene weisen eine einzige Augenöffnung, ein nahezu vollständiges Fehlen der Nasenhöhle sowie kraniale Deformationen auf, die mit dem Leben unvereinbar sind. Abgüsse wie dieser ermöglichten es Studierenden, die morphologischen Merkmale dieser seltenen Anomalien zu erfassen, ohne auf in Flüssigkeit konservierte Präparate zurückgreifen zu müssen, und boten einen direkten, dauerhaften und handhabbaren visuellen Zugang. Diese fragilen und hochspezialisierten Objekte stellen heute unersetzliche Zeugnisse der Medizingeschichte dar – Zeugnisse einer Epoche, in der die Beobachtung der Realität der Schlüssel zum Lernen war.
