SERPENTINMÖRSER, 17. JAHRHUNDERT
SERPENTINMÖRSER, 17. JAHRHUNDERT
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Bedeutender alter Mörser, aus einem dunklen Hartgestein gearbeitet, sehr wahrscheinlich Serpentin, datierbar in das 17. Jahrhundert und einer Produktion aus dem Alpenraum oder Norditalien zuzuordnen. Das Objekt zeigt eine kraftvolle und ausgewogene Form mit weit ausladender Wandung auf einem runden Standfuß, einem kräftigen Rand mit aus der Masse gearbeiteten, lappenförmigen Griffausbuchtungen sowie einer sorgfältig geschnittenen, kantigen Ausgusstülle, die das Umfüllen zerstoßener, flüssiger oder pulverförmiger Zubereitungen erleichtert.
Die Innenmulde ist tief ausgearbeitet und weist einen stark ausgeprägten alten Glanz auf, Ergebnis einer intensiven und langjährigen Nutzung, die auf seine ursprüngliche Funktion hinweist – vermutlich für pharmazeutische oder klösterliche Zwecke bestimmt und möglicherweise im Zusammenhang mit alchemistischen oder okkulten Praktiken stehend. Die Außenfläche bewahrt eine dunkle, dichte und homogene Patina mit subtil seidenmatten Reflexen, charakteristisch für historisch bearbeitete und wiederholt berührte Hartgesteine. Diese intakte und unveränderte Patina verleiht dem Objekt eine authentische Präsenz und große visuelle Kraft.
Im 17. Jahrhundert genoss Serpentin einen besonderen Ruf: Man schrieb ihm die Fähigkeit zu, auf den Kontakt mit schädlichen Substanzen zu reagieren; manche glaubten sogar, er könne sich in Gegenwart von Giften verändern oder anlaufen. Diese in gelehrten und medizinischen Kreisen weit verbreitete Vorstellung erklärt die bevorzugte Verwendung dieses Steins für die Verarbeitung potenziell gefährlicher Stoffe, wo Wachsamkeit und Schutz des Praktizierenden von höchster Bedeutung waren. Die Wahl des Materials war somit Ausdruck einer aktiven Vorsicht, bei der das Objekt sowohl Helfer des Wissens als auch symbolischer Schutz wurde.
Der Erhaltungszustand ist für ein Objekt dieser Epoche sehr gut: Die sichtbaren Gebrauchsspuren sind alt, stimmig und vollkommen stabilisiert, insbesondere am Stand und an einigen Kanten, ohne strukturelle Risse oder Restaurierungen. Kleine Spuren, Absplitterungen und Unregelmäßigkeiten tragen wesentlich zu seinem Charakter bei und belegen eine tatsächliche Nutzung über mehrere Generationen hinweg, wodurch eine spätere rein dekorative Fertigung ausgeschlossen werden kann.
Durch seine Masse, sein Material und seine tief historisch geprägte Patina stellt dieser Mörser ein schönes Beispiel der utilitären Hartsteinkunst des 17. Jahrhunderts dar – zugleich funktional und skulptural, erfüllt von einer Erinnerung, in der sich Wissen, Vorsicht und die Transformation der Materie begegnen. Als Sammlungsobjekt von starker Präsenz findet er selbstverständlich seinen Platz in einer Wunderkammer als diskreter Zeuge alter Praktiken, in denen Geste, Stein und Gefahr untrennbar miteinander verbunden waren.
EPOCHE : XVII.
DIMENSION : 21 cm × 15 cm
SIZE : 8,3" × 5,9"
