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SELTENES RELIQUIAR AUS DEM 18. JAHRHUNDERT — RELIQUIE DES GEWANDES DER JUNGFRAU MARIA

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SELTENES RELIQUIAR AUS DEM 18. JAHRHUNDERT — RELIQUIE DES GEWANDES DER JUNGFRAU MARIA

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ref: #RK00-902

Seltenes Reliquiar aus vergoldeter Bronze mit Glasfront, das eine kostbare marianische Reliquie enthält.

Dieses kreisförmige Reliquiar zeigt eine schlichte und sehr strukturierte Komposition, charakteristisch für bestimmte klösterliche Arbeiten des 18. Jahrhunderts. Die Reliquie ist im Zentrum eines strahlenförmigen Arrangements platziert, das aus vergoldeten Lamellen besteht, die wie eine Sonne angeordnet sind und aus einem in eine gelappte Kartusche aus hellem Pergament geschnittenen Kern hervorgehen.

Der Hintergrund besteht aus einem braun-goldenen Moiré-Stoff, dessen dezente Lichtreflexe die Feierlichkeit der Präsentation unterstreichen. Die Reliquie selbst erscheint in Form eines kleinen alten Textilfragments, das im Zentrum der Kartusche befestigt und durch das original erhaltene, leicht patinierte Glas sichtbar ist.

Sie ist auf einem handschriftlichen Etikett in lateinischer Sprache wie folgt bezeichnet:

„Ex Induxio B.M.V.“
Ex Indusio Beatae Mariae Virginis

Übersetzung: Vom Gewand (Tunika / Kleid) der Seligen Jungfrau Maria

Diese Reliquie gehört zur äußerst seltenen Kategorie der marianischen Textilreliquien. Der Begriff indusium (oder indusio in andächtiger Schreibweise) bezeichnet ein getragenes Kleidungsstück — Tunika, Gewand oder Unterkleid — und verweist auf den alltäglichen und intimen Gebrauch.

Im Gegensatz zu Reliquien, die mit großen Szenen des Evangeliums verbunden sind, gehört diese Art von Fragment zu einer innerlicheren Frömmigkeit: Sie erinnert an das häusliche Leben der Jungfrau, an ihre greifbare Menschlichkeit und an die materielle Wirklichkeit ihres irdischen Daseins.

Marianische Kleidungsreliquien sind aus mehreren Gründen historisch selten:

  • Die vergängliche Natur von Textilien

  • Ihre Aufbewahrung in großen Heiligtümern

  • Ihre sehr begrenzte Verteilung

  • Ihr hoher symbolischer Wert in der katholischen Frömmigkeit

Sie zählen zu den begehrtesten marianischen Reliquien, gleichrangig mit Fragmenten des Schleiers.

Guter altersgemäßer Zustand mit originalem Glas.
Ungeöffnet.
Kirchliches Siegel und Seidenfäden vorhanden.

EPOCHE : 18. Jahrhundert
ABMESSUNG :
3 cm × 3 cm
GRÖSSE :
1.2" × 1,2"

Die Reliquie eines Gewandes der Jungfrau verweist auf eine tief verkörperte Spiritualität der Nähe, fern von rein glorreichen oder triumphalen Darstellungen Mariens. Sie führt uns zurück zu ihrer irdischen Wirklichkeit, zu ihrem demütigen und alltäglichen Leben, geprägt von einfachen Gesten, Stille und mütterlicher Gegenwart. Das Gewand gehört zur intimsten Sphäre der Person: Es umhüllt den Körper, begleitet das gewöhnliche Dasein, teilt Gebet, häusliche Arbeit und das verborgene Leben von Nazareth. Durch dieses Textilfragment wird somit die zutiefst menschliche Dimension der Gottesmutter erfahrbar — Maria nicht in himmlischer Majestät, sondern in der greifbaren Schlichtheit ihrer irdischen Existenz.

Doch über ihre geistliche Bedeutung hinaus beeindruckt eine solche Reliquie durch ihre extreme materielle Seltenheit. Marianische Textilreliquien zählen zu den am schwierigsten anzutreffenden Reliquien, weit seltener als die meisten Heiligenreliquien. Ihre vergängliche Beschaffenheit erklärt diese Seltenheit teilweise: Stoffe, Schleier und Gewänder haben die Jahrhunderte in äußerster Zerbrechlichkeit überdauert, meist in großen Heiligtümern bewahrt und nur sehr selten fragmentiert. Wurden sie doch geteilt, so blieb ihre Verteilung außergewöhnlich und war bedeutenden religiösen Gründungen oder Stiftern von höchstem kirchlichem Rang vorbehalten.

Die dem Gewand der Jungfrau zugeschriebenen Reliquien — ex indusio — gehören zu diesem noch engeren Kreis sogenannter Reliquien des intimen Kontakts, die nicht mit einer öffentlichen Szene des Evangeliums verbunden sind, sondern mit dem persönlichen Leben Mariens. Sie betreffen ihr verborgenstes Alltagsleben, das, was in direktem Kontakt mit ihrem Körper stand. Daher erfuhren sie historisch eine besondere Verehrung, verbunden mit Ehrfurcht und Zurückhaltung, was ihre Verbreitung noch weiter einschränkte.

So wird der Stoff zur Reliquie der Gegenwart, zum stillen Zeugen jener, die das fleischgewordene Wort trug. Er ruft eine nahezu erschütternde Nähe zum Geheimnis der Inkarnation hervor: Dieses Gewand berührte jene, die den Erlöser gebar, deren Schoß zum ersten Tabernakel wurde. Durch diese fragile Materialität, eine seltene Überlieferung der Jahrhunderte, ist der Gläubige nicht nur eingeladen, die theologische Größe Mariens zu betrachten, sondern sich mit einer Form heiliger Zurückhaltung ihrer greifbaren Menschlichkeit zu nähern — einer Menschlichkeit, deren materielle Spuren, wie hier, zu den kostbarsten und am seltensten bewahrten Reliquien zählen.

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