Zu Produktinformationen springen
1 von 6

RELIQUIAR DES HEILIGEN GRABTUCHS UND DES HEILIGEN JUSTIN

RELIQUIAR DES HEILIGEN GRABTUCHS UND DES HEILIGEN JUSTIN

Normaler Preis €2.800,00 EUR
Normaler Preis Verkaufspreis €2.800,00 EUR
Unsere Preise sind in Euro angegeben; in Dollar oder andere Währungen umgerechnete Beträge können je nach Wechselkurs variieren.

Weltweiter Gratisversand – sichere und geschützte Lieferung

ref: #RK00-892

Seltenes Reliquiar aus dem 18. Jahrhundert, in achteckiger Form mit verglaster Front, das eine mit dem Heiligen Grabtuch verbundene Reliquie sowie eine Reliquie des heiligen Justin, Philosophen und Märtyrers, enthält.

Die Reliquien sind auf einem hellen Stoffgrund angeordnet und reich mit einem feinen Dekor aus goldschnittigen Paperolen eingefasst, die ein Geflecht aus Voluten und strahlenförmigen Motiven bilden, welche symbolisch die himmlische Herrlichkeit und Heiligkeit evozieren.

Die mit dem Heiligen Grabtuch verbundene Reliquie wird durch ein altes handschriftliches Etikett in lateinischer Sprache identifiziert, das die Angabe trägt: « In Sacri ».

Diese Inschrift bezeichnet ein Fragment, das von einem heiligen Gegenstand stammt (in sacri), eine im kirchlichen Sprachgebrauch verwendete Formel zur Bezeichnung von Reliquien, die mit großen Andachtsobjekten oder mit Textilien der Passion verbunden sind. Im Fall des Heiligen Grabtuchs — das als Reliquie allerersten Ranges bewahrt und von außergewöhnlicher Verehrung umgeben wird —

Die Reliquie des heiligen Justin hingegen ist eindeutig durch ein zweites handschriftliches lateinisches Etikett bezeichnet:
« S. Iustin. m. » (Abkürzung für Sanctus Iustinus martyr).

Im Zentrum verstärkt eine stilisierte Darstellung des Leibes Christi mit den Zeichen der Passion — Wundmale an Händen, Füßen und an der Seite — die andächtige Lesart des Ensembles und stellt eine visuelle sowie theologische Verbindung zwischen dem Heiligen Grabtuch und dem Zeugnis des christlichen Martyriums her.

Das Ganze befindet sich in gutem gebrauchsbedingtem Zustand, mit seinem alten Glas, den originalen Materialien und einer unversehrten inneren Präsentation, entsprechend den Andachtsmontage-Praktiken des 18. Jahrhunderts. Die Komposition ist versiegelt geblieben und wurde nicht geöffnet, was die Authentizität der Anordnung der Reliquien gewährleistet.

Mit dem Heiligen Grabtuch verbundene Reliquien sind besonders selten und wurden von der Kirche stets mit großer Zurückhaltung behandelt, da ihre Verbreitung streng geregelt war. Sie waren für die private oder klösterliche Verehrung bestimmt und nicht für eine öffentliche Ausstellung.

Auch die Reliquien des heiligen Justin sind wenig verbreitet. Im 2. Jahrhundert in Rom gemartert, wurden seine Reliquien früh fragmentiert und verstreut; sie wurden hauptsächlich in den Katakomben und in einigen römischen Basiliken aufbewahrt. Die bis heute überlieferten authentifizierten Fragmente sind selten und meist in alten Reliquiaren gelehrter Andacht integriert.

Das Fehlen eines sichtbaren bischöflichen Siegels erklärt sich durch die ursprüngliche Bestimmung dieses Reliquiars, das im 18. Jahrhundert für den privaten oder klösterlichen Andachtsgebrauch geschaffen wurde. Zu jener Zeit waren kleine Paperolen-Reliquiare, die nach spezifischen handwerklichen Praktiken gefertigt und bereits bei ihrer Montage versiegelt wurden, nicht systematisch mit einem äußeren Siegel versehen, insbesondere wenn sie weder für den öffentlichen Umlauf noch für eine offizielle Translation bestimmt waren. Die Gewähr für die Authentizität beruhte damals vor allem auf dem Vorhandensein der handschriftlichen lateinischen Etiketten, auf der ikonographischen und theologischen Kohärenz der Komposition sowie auf der Unversehrtheit der inneren Präsentation, die intakt geblieben ist. Diese Art der Montage, die seit ihrem Ursprung geschlossen und nicht geöffnet wurde, entspricht einer alten Andachtstradition und stellt keineswegs eine Anomalie für ein Reliquiar dieser Art und dieser Epoche dar.

EPOCHE : 18. Jahrhundert
ABMESSUNGEN : ca. 8 × 6,5 cm
GRÖSSE : ca. 3.1" × 2.6"


Der heilige Justin, geboren um das Jahr 100 in Flavia Neapolis (dem heutigen Nablus), war einer der bedeutendsten Denker des frühen Christentums. Als Philosoph, ausgebildet in den griechischen Schulen — stoisch, peripatetisch und platonisch — suchte er sein ganzes Leben lang die Wahrheit durch die Vernunft, bevor er im Christentum die endgültige Erfüllung der philosophischen Suche erkannte.

Nach seiner Bekehrung zum christlichen Glauben behielt er den Mantel des Philosophen bei und trat als christlicher Philosoph auf, überzeugt davon, dass der Glaube die Vernunft nicht aufhebe, sondern zu ihrer Fülle führe. In seinen Apologien und im Dialog mit Tryphon verteidigte er die Christen gegenüber den römischen Behörden und führte einen anspruchsvollen Dialog mit der heidnischen Philosophie und dem Judentum.

Unter der Herrschaft Mark Aurels, wegen seines Glaubens angezeigt, weigerte sich Justin, den heidnischen Göttern zu opfern. Er wurde verurteilt und um das Jahr 165 in Rom enthauptet. Sein Martyrium besiegelte ein Leben, das ganz der Wahrheit gewidmet war und bis zum höchsten Zeugnis gelebt wurde.

Als Heiliger und Märtyrer sowohl im Osten als auch im Westen verehrt, bleibt der heilige Justin eine bedeutende Gestalt der christlichen Geschichte, ein Symbol der Einheit von Glaube, Vernunft und geistigem Mut. Sein Gedenktag wird am 1. Juni gefeiert.

Vollständige Details anzeigen