RELIQUIAR DER HAND DER HEILIGEN ANNA, WIEN, 18. JAHRHUNDERT
RELIQUIAR DER HAND DER HEILIGEN ANNA, WIEN, 18. JAHRHUNDERT
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Seltenes österreichisches Klosterreliquiar des 18. Jahrhunderts, erhalten in seinem originalen verglasten Rahmen aus geschwärztem Holz mit vergoldeter Profilleiste.
Die Komposition ist um eine Votivhand aus Wachs zentriert, die reich mit Silberbouillon, Metallblumen, Perlen und handgefertigten textilen Verzierungen geschmückt ist, welche nach den traditionellen Techniken der Klöster Mitteleuropas ausgeführt wurden.
Um diese Hand herum sind vier Reliquien angeordnet, die durch handschriftliche Cedulae identifiziert werden, von denen drei noch lesbar sind:
- Heilige Dorothea (S. Dorotheae)
- Heilige Agnes (S. Agnetis)
- Heilige Sabina (S. Sabinae)
- Eine vierte Reliquie, deren Identifizierung heute teilweise verdeckt ist.
Das auf der Rückseite erhaltene originale alte Authentikschreiben stellt das bemerkenswerteste Element des Ensembles dar. Es ist in deutscher Sprache abgefasst und bestätigt, dass diese Andachtshand mit der berühmten Reliquie der wahren Hand der heiligen Anna in Berührung gebracht wurde, die in der dem heiligen Franz Xaver geweihten Hofkapelle des kaiserlichen Hofes in Wien aufbewahrt wird.
„Ich Endesunterzeichneter bezeuge kraft meines priesterlichen Glaubens, dass die gegenwärtige Hand, welche aus verschiedenen heiligen Reliquien gebildet ist, wahrhaftig an die authentische Hand der heiligen Mutter Anna (welche ehrenvoll in der Hofkapelle Seiner Kaiserlichen und Römisch-Katholischen Majestät, dem heiligen Franz Xaver geweiht, aufbewahrt wird) angelegt worden ist und ihr in allen Dingen entspricht. Zu größerer Gewissheit habe ich diese heilige Hand mit dem gegenwärtigen Zeugnis sowie mit dem entsprechenden Siegel versehen. Gegeben zu Wien.“
Dieses Stück gehört zur Kategorie der Berührungsreliquien (Berührungsreliquien), also Andachtsgegenständen, die durch den unmittelbaren Kontakt mit einer bedeutenden Reliquie geheiligt wurden. Solche Schöpfungen waren in österreichischen Klosterkreisen während der Barockzeit besonders geschätzt.
Durch seine ungewöhnliche Ikonographie, seine dokumentierte Wiener Provenienz und die Qualität seines klösterlichen Dekors stellt dieses Reliquiar ein bemerkenswertes Zeugnis der katholischen Frömmigkeit Mitteleuropas im 18. Jahrhundert dar.
ZEITSTELLUNG : 18. Jahrhundert
ABMESSUNGEN : 28 cm × 23 cm
SIZE : 11" × 9"
Die heilige Anna, Mutter der Jungfrau Maria und Großmutter Jesu Christi, zählt zu den am meisten verehrten Heiligen der Christenheit. Ihr Kult erlangte in Europa eine außergewöhnliche Ausstrahlung, insbesondere in den habsburgischen Ländern, wo ihr kostbare Reliquien gewidmet waren. In Wien wurde ihre heilige Hand aufbewahrt und verehrt, ein Gegenstand tief verwurzelter Volksfrömmigkeit. Die Gläubigen suchten dort ihren Schutz für Familien, Mütter und Kinder zu erflehen. Das diesem Reliquiar beigefügte Authentikschreiben bestätigt, dass diese Votivhand mit der Reliquie der heiligen Hand der heiligen Anna in der kaiserlichen Kapelle von Wien in Berührung gebracht wurde. Durch diesen unmittelbaren Kontakt erhielt das Objekt einen besonderen geistlichen Wert und wurde zu einem kostbaren Zeugnis barocker Frömmigkeit. Dieses Reliquiar stellt somit eine seltene Erinnerung an eines der bedeutendsten Zentren der Verehrung der heiligen Anna im katholischen Europa des 18. Jahrhunderts dar.
