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OKKULTER RITUALDOLCH MIT TEUFEL, SCHÄDELN UND EULE – 19. JAHRHUNDERT

OKKULTER RITUALDOLCH MIT TEUFEL, SCHÄDELN UND EULE – 19. JAHRHUNDERT

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ref: #RK00-974

Außergewöhnlicher und seltener Zeremoniendolch aus Bronze und Stahl mit einer besonders reichen okkulten, makabren und fantastischen Ikonografie.

Parierstange und Griff aus Bronze, vollständig plastisch ausgearbeitet. Am unteren Ende des Griffs befindet sich ein gehörnter Teufel, der einen Dolch hält und über einer aus zwei Knochen gebildeten Parierstange dargestellt ist.

Der obere Teil des Griffs zeigt eine erstaunliche, stark reliefierte fantastische Szene, in der ein geflügeltes pferdeartiges Wesen, das an Pegasus erinnert, gegen eine monströse, gargoyleartige Kreatur zu kämpfen scheint. Auf der Rückseite erscheint zudem ein Schädel, der die ausgeprägte Todessymbolik des Ensembles ergänzt.

Eine Eule sitzt auf der Parierstange und blickt zur Rückseite des Dolches, ein besonders ungewöhnliches Detail. Als nachtaktives Tier, das in der Dunkelheit sehen kann, wird die Eule traditionell mit Weisheit und Wissen, aber auch mit Mysterium, Wachsamkeit und in bestimmten Traditionen mit dem Tod und der unsichtbaren Welt in Verbindung gebracht. Ihre Ausrichtung nach hinten könnte symbolisch die Vorstellung von Wachsamkeit oder eines Blickes auf das Verborgene verstärken, ohne dass eine genaue Interpretation mit Sicherheit festgestellt werden kann.

Klinge aus Stahl, gerade und spitz zulaufend, zweischneidig und mit ausgeprägter Mittelrippe, wodurch ein rautenförmiger Querschnitt entsteht. Die Klinge verbreitert sich allmählich zur Parierstange hin und endet in einer langen, scharfen Spitze. Ihre schlichte und geometrische Gestaltung steht im Kontrast zur üppigen Verzierung der Montierung.

Reich verzierte Scheide aus Bronze, vollständig mit einem reliefierten Dekor fantastischen und makabren Charakters bedeckt. Sie ist insbesondere mit einem Schädel vor zwei gekreuzten Knochen verziert, die ein eindrucksvolles Memento-mori-Motiv bilden. Der Körper der Scheide zeigt eine Folge fantastischer, pflanzlicher und verschlungener Motive in kräftigem Relief. Das Ortblech ist als groteske und monströse plastische Figur gestaltet und setzt die beunruhigende und fantastische Ikonografie des Ensembles bis zum Ende der Scheide fort.

Die ungewöhnliche Ansammlung von Symbolen — bewaffneter Teufel, Knochen, Schädel, Eule und der Kampf fantastischer Kreaturen — verleiht diesem Dolch eine besonders spektakuläre Ausstrahlung und macht ihn zu einem deutlich selteneren Modell unter den Dolchen mit esoterischer und makabrer Ikonografie des 19. Jahrhunderts.

EPOCHE : 19. Jahrhundert
Gesamtlänge : 23 cm ( 9" )
Klingenlänge : 11 cm ( 4,3" )

In der okkulten und makabren Ikonografie verkörpert der gehörnte Teufel traditionell die Kräfte der Hölle, die Übertretung von Grenzen und den Widerstand gegen die religiöse Ordnung. Hier selbst mit einem Dolch in der Hand dargestellt, verstärkt er den beunruhigenden Charakter des Objekts. Die ihn begleitenden Schädel und Knochen gehören hingegen zum Bildrepertoire des Memento mori, einer symbolischen Erinnerung an den Tod und die Vergänglichkeit des Daseins. Der auf der Scheide vor zwei gekreuzten Knochen dargestellte Schädel verstärkt diese funeräre Dimension zusätzlich.

Die Eule besitzt eine vielschichtigere Symbolik. Seit der Antike wird sie mit Weisheit, Wissen und der Fähigkeit in Verbindung gebracht, das zu erkennen, was anderen verborgen bleibt. Zugleich ist sie ein Tier der Nacht und wurde in europäischen Volkstraditionen bisweilen mit dem Geheimnisvollen, dem Tod und der unsichtbaren Welt assoziiert. Bei diesem Dolch kann ihre ungewöhnliche Position — auf der Parierstange sitzend und nach hinten blickend — Wachsamkeit und den auf das Verborgene gerichteten Blick symbolisieren. Die Szene, in der ein geflügeltes pferdeartiges Wesen einem monströsen Geschöpf gegenübersteht, fügt dem Ensemble schließlich die Vorstellung eines Kampfes zwischen zwei gegensätzlichen Kräften hinzu, ohne dass eine genaue Interpretation mit Sicherheit festgestellt werden kann.

Die Ursprünge okkulter Waffen reichen bis zu den ältesten Glaubensvorstellungen der Menschheit zurück. Bei alten präkolumbischen Kulturen sowie zur Zeit der Shang-Dynastie finden sich häufig Ritualmesser aus Feuerstein, Gold oder Jade. Die gallischen Krieger unter der Führung von Vercingetorix schrieben ihren Schwertern die Fähigkeit zu, die Lebensenergie ihrer Opfer einzufangen, indem sie mit deren Blut getränkt wurden und sich dadurch in „beseelte“ Gegenstände verwandelten. Im Mittelalter verwendeten Hexen das Athame, ein magisches Messer, um geheimnisvolle Handlungen auszuführen. Die Bedeutung mystischer Dolche blieb selbst in der Epoche der Romantik bestehen, als sie bei Initiationsritualen von Geheimgesellschaften und während düsterer Zeremonien schwarzer Messen verwendet wurden, wodurch sie ihre bedeutende Rolle bis in die heutige Zeit bewahrten.

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