MANUALE RITUUM ECCLESIASTICORUM – RITEN UND EXORZISMEN 1687
MANUALE RITUUM ECCLESIASTICORUM – RITEN UND EXORZISMEN 1687
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Katholisches Rituale – Bayeux, 1687
Exemplar, das vom Bischof von Bayeux der Zisterzienserabtei Val-Richer geschenkt wurde.
Gedruckt im Jahr 1687 ist dieses Manuale Rituum Ecclesiasticorum ein beinahe vier Jahrhunderte altes katholisches Ritualbuch, entstanden für den Gebrauch und nicht für das Studium. Es war niemals als still zu lesendes Werk gedacht, sondern als ein Band, der geöffnet, gehalten und zum Sprechen gebracht werden sollte. Seine Seiten waren nicht theologischer Spekulation gewidmet, sondern der täglichen Praxis von Riten, die auf die sichtbare und unsichtbare Welt einwirken sollten.
Das vorliegende Exemplar trägt bereits auf den ersten Seiten eine handschriftliche Widmung, datiert auf das Jahr seiner Veröffentlichung: Pro Valle-Richerii / Ex dono D. Francisci de Nesmond / Episcopi Bajocensis 1687. Diese Inschrift bezeugt, dass das Buch persönlich vom Bischof von Bayeux der Zisterzienserabtei Val-Richer überreicht wurde. Diese Schenkung verpflichtete das Werk zu einem realen Gebrauch: Es handelt sich nicht um ein zur Anschauung aufbewahrtes Buch, sondern um ein Ritual, das einer Ordensgemeinschaft zur praktischen Anwendung übergeben wurde.
François de Nesmond, mehr als ein halbes Jahrhundert lang Bischof, war einer der strengsten Vertreter der nachtridentinischen Disziplin. Indem er dieses Rituale drucken ließ und es anschließend einer Abtei schenkte, übermittelte er Autorität, Methode und Sprache. Das Buch wurde so zu einem Instrument geistlicher Macht, zu einem direkten Bindeglied zwischen dem Bischof und jenen, die die Riten im Alltag auszuführen hatten.
Der Inhalt des Manuale entspricht dieser Bestimmung. Es enthält die Sakramente, Segnungen, Begräbnisse, notierte liturgische Gesänge, aber auch Gebete und Exorzismusformeln, bestimmt, ausgesprochen zu werden angesichts dessen, was man dämonische Einflüsse nannte. Diese Seiten sind weder Symbol noch Allegorie: Sie beschreiben Gesten, Worte und präzise Abfolgen, gedacht zum Austreiben, Reinigen und Schützen. Das Ritual der domus infestata, des beunruhigten Hauses, verankert dieses Buch in einer Praxis, in der das Böse nicht abstrakt, sondern lokalisiert, benannt und bekämpft wurde.
Die materielle Beschaffenheit des Bandes bewahrt diese Erinnerung. Der zeitgenössische Einband aus braunem Kalbsleder ist abgenutzt, berieben und gezeichnet. Abgestoßene Ecken, Spuren der Zeit und der Handhabung erzählen von einem häufig geöffneten, bewegten und in bisweilen ernsten Kontexten verwendeten Buch. Dies sind keine Mängel, sondern Zeichen eines langen, stillen und wiederholten Gebrauchs.
Nach dem Verschwinden der Abtei Val-Richer während der Revolution verblieb das Werk im kirchlichen Umfeld, wie der Stempel der Bibliothek des Großen Seminars von Caen belegt. So durchquerte es die Jahrhunderte, ohne seinen ursprünglichen Gebrauchskontext zu verlassen, bevor es heute in einen anderen Raum der Betrachtung eintritt.
Dieses Buch ist kein bloßer Zeuge der Vergangenheit. Es ist ein altes Ritualobjekt, erfüllt von Gesten, Worten und Glaubensüberzeugungen, ein Band, der in Händen gehalten wurde, die überzeugt waren, dass die auf diesen Seiten geschriebenen Worte auf Angst, Tod und das als böse Wahrgenommene einwirken konnten.
Beigefügtes handschriftliches Dokument
Im Inneren des Bandes bei seiner Wiederentdeckung aufbewahrt, begleitet ein altes handschriftliches Schreiben dieses Rituale. In französischer Sprache und in einer für das späte 17. oder sehr frühe 18. Jahrhundert charakteristischen Kurrentschrift verfasst, spricht es von Verpflichtungen, Verbindlichkeiten und zwischen Ehegatten getroffenen Entscheidungen in einer Sprache, die juristische, moralische und religiöse Register verbindet. Dieses Dokument, offenbar zeitgleich mit der Nutzung des Buches, ist kein dekorativer oder späterer Zusatz, sondern ein unmittelbares Zeugnis der menschlichen und geistlichen Angelegenheiten, für die ein solches Rituale konsultiert wurde. Seine Anwesenheit im Band verstärkt den gelebten Charakter des Ganzen und beleuchtet konkret den Nutzungskontext dieses Manuale Rituum, in dem geschriebenes Wort, Ritus und persönliche Verpflichtung eng miteinander verbunden waren.
Zustand und bibliophile Beschreibung
Quartband (in-4) in zeitgenössischem braunem Ganzleder, mit den erwartbaren Gebrauchsspuren eines tatsächlich verwendeten alten Ritualbuches. Der authentische, unrestaurierte Einband zeigt Bereibungen, abgestoßene Ecken und leichte alte Gebrauchsspuren, jedoch ohne strukturelle Beeinträchtigung. Die Deckel sind fest, der Rücken mit erhabenen Bünden ist gut erhalten. Das Innere ist sauber, der Druck klar, mit einigen alten, stabilisierten Feuchtigkeitsspuren, ohne Beeinträchtigung der Lesbarkeit. Die Seiten mit Notation und rituellen Formeln, einschließlich jener zu den Exorzismen, sind gut erhalten. Das Ganze weist eine homogene und ehrliche Patina auf, Zeugnis eines längeren liturgischen Gebrauchs, der mit der ursprünglichen Bestimmung des Werkes übereinstimmt. Solides, für ein Ritualbuch des 17. Jahrhunderts gut erhaltenes Exemplar.
Format : in-4, 448 Seiten
Maße : ca. 25 × 19 cm
Size : ca. 9.8" × 7.5"
Sprache : Latein
Datierung : 1687
Einband : zeitgenössisches braunes Ganzleder, Rücken mit Bünden
