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LÖFFEL DES GEHÄNGTEN – ALPINES BRONZEAMULETT (GALGENMANN), 18. JAHRHUNDERT

LÖFFEL DES GEHÄNGTEN – ALPINES BRONZEAMULETT (GALGENMANN), 18. JAHRHUNDERT

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ref: #RK00-848

Dieser große figürliche Löffel aus Bronze mit einer Länge von fünfundzwanzig Zentimetern ist ein seltenes Beispiel eines Galgenmannes, der Figur des Gehängten, wie sie in den deutschsprachigen alpinen Traditionen des 18. Jahrhunderts erscheint. Vollständig aus einem einzigen Stück gearbeitet, stellt er einen hängenden Mann dar, dessen Arme auf dem Rücken gefesselt sind – eine ikonische Haltung der Darstellungen von Gehängten im ländlichen Tirol und in der alemannischen Schweiz. In der Volksüberlieferung dieser Regionen war der Galgenmann nicht nur ein makabres Bild: Er verkörperte eine liminale Präsenz, ein Wesen an der Grenze der sichtbaren Welt, dem man die Kraft zuschrieb, vor Unglück, dunklen Mächten und okkulten Einflüssen zu schützen. Solche Figuren wurden in den Häusern, nahe der Feuerstelle oder in den Nebengebäuden aufgehängt, als Schutzamulette, als schützende Amulette, die das Unglück fernhalten und die unsichtbaren Spannungen des Ortes besänftigen sollten.

Die Skulptur zeigt den Gehängten in der gesamten traditionellen Kodifizierung ihrer Zeit: der geneigte Kopf, der geöffnete Mund, die herausgestreckte Zunge und vor allem die hinter dem Rücken nach oben gezogenen Arme – ein Detail, das unmittelbar die germanische Ikonographie des Gehängten, des Delinquenten, erkennen lässt. Seine offene Tunika, die schlichte Kleidung und die spitz zulaufenden Schuhe verweisen eindeutig auf die volkstümliche Tracht des 18. Jahrhunderts. Der gedrehte Übergang unter den Beinen bis hin zum massiven Löffelblatt, vollständig aus Bronze modelliert, zeigt deutlich, dass das Objekt nicht als Gebrauchsutensil gedacht war, sondern als symbolischer Träger. Die am oberen Ende des Stiels durchbohrte Öse weist unmissverständlich darauf hin, dass das Stück aufgehängt werden sollte, ganz entsprechend seiner Funktion als häusliches Schutzobjekt.

Die tiefe Patina der Bronze, eine Mischung aus altem Braun und diskreten Spuren von Grünspan, bezeugt ein authentisches Alter, das mit einer Herstellung zwischen 1720 und 1780 übereinstimmt. Galgenmänner aus Bronze in dieser Größe sind äußerst selten: Die meisten Objekte dieser Art bestanden aus Holz, waren wesentlich fragiler und haben nur selten die Zeit überdauert. Dass dieses Exemplar aus massivem Bronze gefertigt, vollständig erhalten, ausdrucksstark und von so schöner Dimension ist, macht es zu einem außergewöhnlichen Stück, das selbst auf dem spezialisierten Markt für Kuriositäten nur schwer zu finden ist.

Aufgeladen, intensiv und tief in den alpinen Schutzglauben verwurzelt, stellt dieser Löffel-Amulett des Gehängten ein unversehrtes Fragment volkstümlicher Magie des 18. Jahrhunderts dar. Er ist ein Machtobjekt, ein Zeugnis der Grenze zwischen Aberglauben, Schutz und häuslichem Ritual sowie ein erstklassiges Stück für jede esoterische Sammlung oder ein Kabinett der Kuriositäten.

EPOCHE : 18. Jahrhundert
ABMESSUNG : 24 cm
GRÖSSE : 9,5"

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