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LOCUPLETISSIMUS THESAURUS Exorzismen, Segnungen und Beschwörungen 1744

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LOCUPLETISSIMUS THESAURUS Exorzismen, Segnungen und Beschwörungen 1744

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ref: #RK00-905

Segnungen, Beschwörungen und Exorzismen
Operatives katholisches Ritual – 18. Jahrhundert

Gedruckt im Jahr 1744 ist der Locupletissimus Thesaurus ein altes katholisches Ritualhandbuch, das für den unmittelbaren Gebrauch in Situationen gedacht war, die als geistlich schwerwiegend galten. Es handelt sich weder um ein Lesebuch noch um eine spekulative Abhandlung noch um eine Andachtssammlung. Dieses Buch wurde dafür konzipiert, im Augenblick der Dringlichkeit geöffnet, fest in der Hand gehalten und genau in dem Moment konsultiert zu werden, in dem das Handeln erfolgen musste.

Verfasst von Gelasius de Cilia, regulierter Chorherr des heiligen Augustinus, stellt sich dieses Werk als autorisierte und methodische Synthese der von der katholischen Kirche anerkannten rituellen Praktiken dar. Der Begriff Thesaurus ist hier nicht metaphorisch zu verstehen: Er bezeichnet ein strukturiertes Reservoir von Segnungen, Beschwörungen, Exorzismen und Riten, das ein breites Spektrum konkreter Situationen abdeckt, mit denen der Klerus konfrontiert war: anhaltende Krankheiten, Schadenszauber, Besessenheiten, unerklärliche Störungen, Beeinträchtigungen, die dem Wirken des Dämons zugeschrieben wurden.

Der Text beschränkt sich nicht auf die bloße Wiedergabe von Gebeten. Er umrahmt das rituelle Handeln in seiner Gesamtheit: die erforderlichen Dispositionen des Priesters, die auszuführenden Gesten, die Ordnung der Worte, den Ablauf des Ritus. Der Dämon wird darin als persönliche, aktive und feindliche Wirklichkeit angesehen, die fähig ist, zu quälen, zu verwirren und Besitz zu ergreifen. Die vorgeschlagenen Riten sind weder symbolisch noch allegorisch gemeint. Sie sind darauf ausgerichtet, eine als real erachtete Präsenz durch festgelegte Worte und vorgeschriebene Gesten zu zwingen, zurückzuweisen und auszutreiben.

Die Exorzismen nehmen im Werk einen zentralen Platz ein (nahezu die Hälfte des Buches), insbesondere jene für Personen, die als maleficiatae gelten, also durch Schadenszauber betroffen sind. Sie erscheinen in Form direkter Befehle, mit Autorität ausgesprochener Anordnungen, die darauf abzielen, den Dämon zum Rückzug zu zwingen. Der Locupletissimus Thesaurus gehört vollständig zur angewandten Dämonologie der frühen Neuzeit, in der der Exorzismus als institutionelle, notwendige und geregelte Antwort auf das Wirken des Bösen verstanden wurde.

Das vorliegende Exemplar zeichnet sich durch einen außergewöhnlich stark ausgeprägten Gebrauchszustand aus, der eines seiner bedeutendsten Merkmale darstellt. Der zeitgenössische Ledereinband ist durch Alter und wiederholte Handhabung stark abgenutzt und rissig. Die metallenen Schließen sind unvollständig, eine davon fehlt oder ist gebrochen. Der Einband ist teilweise gelöst. Die Schnittkanten sind verschmutzt. Die Seiten zeigen deutliche Fingerabdrücke, besonders sichtbar am unteren Rand der Blätter, wo das Buch fest ergriffen und gehalten wurde.

Diese Abnutzung ist weder zufällig noch gleichmäßig verteilt. Sie entspricht genau den Kontaktzonen bei intensiver ritueller Nutzung, häufig im Stehen oder am Krankenbett, in Situationen der Anspannung, in denen der Priester das Buch mit einer Hand halten musste, während er die Formeln sprach. Die letzten Seiten weisen alte Feuchtigkeitsflecken auf, ohne die Lesbarkeit wesentlich zu beeinträchtigen, und zeugen von einer längeren Verwendung in Umgebungen, die weder sauber noch kontrolliert waren.

Der Zustand dieses Bandes ist der eines Instruments, das bis an seine funktionalen Grenzen eingesetzt wurde. Dieses Buch wurde nicht bewahrt: Es wurde benutzt. Es wurde geöffnet, gehalten und mit beiden Händen bei belastenden Riten gehandhabt, in Situationen, in denen Dringlichkeit und Konfrontation als real galten. Die materielle Substanz des Bandes — Leder, Papier, Tinte — bewahrt die unmittelbare Spur dieser wiederholten Anwendungen.

Durch seinen Umfang, seinen operativen Charakter und die stille Gewalt seiner Abnutzung stellt der Locupletissimus Thesaurus ein seltenes und besonders eindrucksvolles Zeugnis dafür dar, wie die katholische Kirche im 18. Jahrhundert Praktiken des Exorzismus und des geistlichen Schutzes regelte und umsetzte. Es ist kein Buch, das den Kampf gegen das Böse beschreibt. Es ist ein Instrument, das geschaffen wurde, um daran teilzunehmen, geformt durch das Handeln und durch die Wiederholung der darin enthaltenen Riten.


Zustand und bibliophile Beschreibung

Band im Format in-12, editio sexta. Zeitgenössischer Ganzledereinband, stark abgenutzt und rissig, metallene Schließen unvollständig. Einband teilweise gelöst. Schnittkanten verschmutzt. Seiten intensiv benutzt, mit deutlichen Gebrauchsspuren, besonders am unteren Rand der Blätter. Alte Feuchtigkeitsflecken am Ende des Bandes, ohne wesentliche Beeinträchtigung der Lesbarkeit. Vollständiges Exemplar, weiterhin stabil und benutzbar, dessen Zustand eine reale und langandauernde rituelle Verwendung widerspiegelt.

Format : in-12 778 Seiten
Abmessungen : ca. 17,5 × 11 cm
Größe : ca. 6,9" × 4.3"
Sprache : Latein
Datierung : 1744
Einband : zeitgenössischer Ganzledereinband mit Schließen

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