LIBELLUS INFIRMORUM – Riten und Exorzismen, 1737
LIBELLUS INFIRMORUM – Riten und Exorzismen, 1737
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Segnungen und Exorzismen.
Operatives katholisches Ritualhandbuch – 18. Jahrhundert
Dieses Ritualhandbuch wurde für den unmittelbaren Gebrauch durch Priester gedruckt und nicht für stilles Lesen oder bloße Aufbewahrung bestimmt. Unter dem Titel Libellus Infirmorum Benedictionum et Exorcismorum im Jahr 1737 gedruckt, gehört dieses Werk vollständig zur offiziellen religiösen Praxis des 18. Jahrhunderts. Es steht in einem Kontext, in dem der Ritus nicht als Kommentar zum Bösen verstanden wird, sondern als unmittelbare Antwort auf dessen Gegenwart.
Verfasst vom Kapuziner Martinus Cochemensis, versammelt dieses Handbuch Gebete, Segnungen und Exorzismusformeln, die von der katholischen Kirche anerkannt sind und dazu bestimmt waren, in Situationen ausgesprochen zu werden, die als geistlich gefährlich galten. Der Dämon wird hier als personale, aktive und wirksame Realität verstanden: fähig, Körper zu quälen, Seelen zu verwirren, sich an Orte zu binden und Besitz von Menschen zu ergreifen. Der Exorzismus erscheint dabei nicht als außergewöhnliche Praxis, sondern als notwendiges pastorales Werkzeug, integriert in die ordentliche Antwort der Kirche auf das Wirken des Bösen.
Die in diesem Buch enthaltenen Formeln nehmen die Gestalt direkter Befehle, ausdrücklicher Anordnungen und autoritativ gesprochener Anrufungen an. Sie sind dazu bestimmt, laut ausgesprochen zu werden, in einer genau festgelegten Reihenfolge und innerhalb eines streng definierten rituellen Rahmens. Nichts bleibt hier Andeutung oder Interpretation überlassen: Die Worte sind strukturiert, um ausgeführt zu werden, in einer Abfolge, die auf Wirksamkeit angelegt ist.
Das vorliegende Exemplar weist deutliche Spuren eines realen und wiederholten Gebrauchs auf. Sein kleines Format, der zeitgenössische Ganzledereinband mit Metallschließen sowie die alte, gleichmäßige Patina der Seiten lassen auf ein Buch schließen, das dazu bestimmt war, bei sich getragen, häufig geöffnet und im Handeln konsultiert zu werden. Die dichte Typographie, das strenge Layout und das völlige Fehlen erklärender Apparate unterstreichen eine ausschließlich praktische Funktion: Es handelt sich um ein rituelles Arbeitsinstrument, das zur Handhabung und nicht zur Lektüre bestimmt war.
Dieses Handbuch zeichnet sich zudem durch seinen persönlichen Charakter aus. Auf dem Vorsatzblatt befindet sich ein alter handschriftlicher Vermerk: „Ad usum P. Theophile Kagerlauer(d)“, eine lateinische Formel mit der Bedeutung „zum Gebrauch des Paters Theophil Kagerlauer“. In einer für das 18. Jahrhundert typischen kursiven Handschrift ausgeführt, bezeugt diese Eintragung eine individuelle klerikale Provenienz und bestätigt, dass das Werk für den täglichen Gebrauch eines bestimmten Ordensmannes bestimmt war. Sie verankert diesen Band in einer gelebten, wiederholten und bewusst ausgeübten Praxis. Der durch diesen Namen angedeutete deutschsprachige Raum steht im Einklang mit dem Druckort (Mainz / Frankfurt) sowie mit dem kapuzinischen Autor.
Der institutionelle Rahmen dieses Handbuchs ist vollständig gegeben. Die darin enthaltenen Segnungen und Exorzismen gehören zu einer anerkannten Tradition, die von einem Ordensstand weitergegeben und im Rahmen der nachtridentinischen katholischen Disziplin ausgeübt wurde. Dieses Buch ist ein autorisiertes Instrument, einem Priester anvertraut, der mit einer realen geistlichen Vollmacht ausgestattet war, ausgeübt gegenüber einer als objektiv verstandenen dämonischen Präsenz.
Der Libellus Infirmorum stellt heute ein präzises materielles Zeugnis des institutionellen Exorzismus im 18. Jahrhundert dar. Er bewahrt die Spur einer Welt, in der der Kampf gegen den Dämon als real, notwendig und dringend galt und in der die auf diesen Seiten festgehaltenen Worte nicht zur Meditation gedacht waren, sondern dazu, ausgesprochen und in die Tat umgesetzt zu werden.
Zustand und bibliophile Beschreibung
Vollständiges Exemplar, ohne Fehlstellen oder herausgerissene Blätter. Alter zeitgenössischer Ganzledereinband mit altersgemäßen Gebrauchsspuren, Reibungen und Zeitzeichen, ohne moderne Restaurierung. Metallschließen vorhanden. Altes Papier mit gleichmäßiger Patina, Stockflecken und leichten altersentsprechenden Gebrauchsspuren. Klarer und gut lesbarer Druck. Solides Werk, gut erhalten für ein rituelles Handbuch des 18. Jahrhunderts.
Format : in-12 (Duodez), 292 Seiten
Abmessungen : ca. 14 × 9 cm
Größe : ca. 5,5" × 3,5"
Sprache : Latein
Datierung : 1737
Einband : zeitgenössischer Ganzledereinband, Metallschließen
