LEICHENTUCH FÜR SARG – 19. Jahrhundert
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LEICHENTUCH FÜR SARG – 19. Jahrhundert
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Schwarzer und violetter Samt, silberne Stickereien und memento mori-Symbolik
Frankreich oder Südeuropa, etwa 1840–1880
Seltenes und bemerkenswertes Leichentuch aus dem 19. Jahrhundert, gefertigt, um den Verstorbenen während der feierlichen Bestattung physisch zu begleiten. Diese Art von liturgischem Textil — auch als Beerdigungstuch bezeichnet — begleitete den Verstorbenen während des letzten Gottesdienstes und verlieh dem Objekt eine rituelle, symbolische und erinnerungskulturelle Dimension von großer Intensität.
Dieses Leichentuch zeugt von einer hochwertigen textilen Verarbeitung, charakteristisch für sorgfältige liturgische Werkstätten des 19. Jahrhunderts.
Es besteht aus dickem schwarzen und violetten Samt, sorgfältig zusammengesetzt, mit einem schweren und gleichmäßigen Fall, der darauf hinweist, dass es für einen feierlichen zeremoniellen Gebrauch geschaffen wurde. Die aufgesetzten Stickereien, von Hand ausgeführt, zeigen eine ausgewogene und meisterhafte Komposition aus hellen und silbernen Fäden, kombiniert mit Borten und Spitzen von hoher Qualität.
Die Befestigungsschnüre und die umlaufenden Abschlüsse bestätigen eine funktionale Konzeption: das Tuch war dazu bestimmt, während der Trauerfeiern auf einen Sarg gelegt und dort befestigt zu werden, und nicht als bloß dekoratives Textil.
Die zentrale Komposition entfaltet ein kohärentes und gelehrtes funeräres Bildprogramm, direkt aus der christlichen Tradition des memento mori hervorgegangen.
Zu erkennen sind insbesondere:
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ein zentrales Kreuz, das den Sieg Christi über den Tod und die Hoffnung auf die Auferstehung bekräftigt;
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Sanduhren, klare Symbole für das Vergehen der irdischen Zeit und die Endlichkeit des Menschen, eingerahmt von stilisierten vegetalen Ranken, traditionellen ornamentalen Motiven, die Kontinuität, Wiedergeburt und göttliche Ordnung evozieren;
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funeräre Urnen, eine direkte Erinnerung an den körperlichen Tod und das gemeinsame Schicksal der Menschen;
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Motive von Tränen, Zweigen und Kränzen, verbunden mit Trauer, Buße, aber auch mit geistigem Triumph und ewigem Leben.
Die Verbindung von Schwarz, der Farbe der Trauer und des Todes, und Violett, der liturgischen Farbe der Buße und der Erwartung, verstärkt die Ernsthaftigkeit und die symbolische Tiefe des Ganzen.
Dieses Leichentuch wurde bei feierlichen Bestattungen verwendet, möglicherweise im Rahmen einer Bruderschaft, einer Privatkapelle oder für angesehene Familien. Diese Textilien wurden häufig wiederverwendet, aber selten bewahrt, weshalb die Seltenheit solcher Exemplare heute erklärlich ist, insbesondere wenn sie eine so vollständige und lesbare Ikonographie besitzen.
Im Gegensatz zu Altartüchern war dieses Stück nicht für eine dauerhafte Präsentation bestimmt, sondern für einen direkten rituellen Gebrauch in Kontakt mit dem Sarg des Verstorbenen.
Zustand
Guter allgemeiner Erhaltungszustand mit alter, stimmiger Abnutzung, die mit einer tatsächlichen funerären Nutzung übereinstimmt.
Der Samt ist gut erhalten, die Stickereien intakt, mit homogener und authentischer Patina.
Zu beachten ist ein kleiner Riss im Futter auf der nicht sichtbaren Seite.
Bedeutung
Seltenes Stück eines funerären Textils des 19. Jahrhunderts, von großer handwerklicher Qualität und hoher symbolischer Bedeutung. Dieses Leichentuch wird seinen natürlichen Platz in einer anspruchsvollen Sammlung finden, die sich den Bestattungsriten, dem memento mori oder der historischen religiösen Kunst widmet, ebenso wie in einem musealen Kontext oder in einem ausgewählten Kuriositätenkabinett.
Epoche : 1840–1880
Maße : 240 × 170 cm
Size: 94" × 67"
Das memento mori
Die auf diesem Leichentuch entwickelte Symbolik gehört vollständig zur christlichen Tradition des memento mori, wörtlich „Gedenke, dass du sterben wirst“. Weit entfernt von einer bloß makabren Erinnerung verweist dieser Gedanke auf eine geistliche Meditation über die Kürze des irdischen Lebens und die Notwendigkeit, sich auf das ewige Leben vorzubereiten.
Die dargestellten Sanduhren erinnern an das unumkehrbare Vergehen der menschlichen Zeit, während die funerären Urnen an die Realität des körperlichen Todes erinnern. Diese Motive, mit dem Kreuz verbunden, drücken keine verzweifelte Sicht des Todes aus, sondern eine theologische Lesart, in der die Endlichkeit des Menschen ihren Sinn in der Hoffnung auf die Auferstehung findet.
Im Kontext der katholischen Bestattungen des 19. Jahrhunderts lud diese Bildsprache die Lebenden zu innerer Reflexion ein: Der Tod des Verstorbenen wurde zu einer stillen Erinnerung an die menschliche Bedingung und zu einem Aufruf zur Umkehr, zum Gebet und zur Erinnerung. So verstanden, übersteigt das memento mori die bloße funeräre Ikonographie und wird zu einem wirklichen Instrument geistlicher Meditation, eingeschrieben in die Materie des Objekts selbst.
