KLEINE MEDIZINISCHE ÉCORCHÉ-BÜSTE AUS BRONZE
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KLEINE MEDIZINISCHE ÉCORCHÉ-BÜSTE AUS BRONZE
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Seltene écorché-Büste aus Bronze im Kleinformat, die mit verstörender Intensität die freigelegte Muskulatur von Gesicht und Hals des Menschen darstellt. Trotz ihrer reduzierten Größe ist die Feinheit der Modellierung bemerkenswert: Jedes Muskelbündel, jede Spannung des Halses, jede anatomische Vertiefung erscheint mit beinahe chirurgischer Präzision. Diese außergewöhnliche Genauigkeit verleiht dem Objekt eine überraschend starke Präsenz für ein so kompaktes Volumen.
Die tiefbraun-goldene, gleichmäßige Patina unterstreicht die Qualität der Bronze und verstärkt jene Zwischenästhetik zwischen gelehrter Skulptur und wissenschaftlichem Instrument. Diese Art anatomischer Miniatur war häufig für Privatkabinette, Sammlungen von Ärzten, Künstlern oder aufgeklärten Liebhabern bestimmt, die vom Inneren des menschlichen Körpers fasziniert waren. Im Gegensatz zu lebensgroßen anatomischen Lehr-Écorchés aus Gips wurden diese kleinen Bronzestücke nur in sehr geringen Stückzahlen hergestellt; ihre Kosten und ihre sorgfältige Fertigung reservierten sie einer Sammlerschaft oder besonderen Institutionen.
Anatomische Bronzeminiaturen aus den Jahren 1920–1935 sind heute äußerst selten. Sie zeugen von einer Epoche, in der sich die Anatomie an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und dem Unheimlichen befand — ein Moment, in dem der entblößte Körper nicht nur Studienobjekt, sondern auch kulturelles Faszinosum war. Dieses Stück, mit seinem hohlen Blick und seiner in stiller Spannung erstarrten Muskulatur, scheint direkt aus einer medizinischen Wunderkammer oder dem Arbeitszimmer eines Anatomen des frühen 20. Jahrhunderts zu stammen.
Der Écorché nimmt seit der Renaissance einen wesentlichen Platz in der Geschichte der Körperdarstellung ein. Er verkörpert den Willen, über die Erscheinung hinauszugehen, die verborgene Mechanik des Menschen offenzulegen, die Haut zu durchdringen, um das zu erreichen, was das Leben trägt. Diese Büste, entstanden in einer Zeit, in der Anatomie sowohl akademisches Wissen als auch kulturelle Faszination war, spiegelt diese doppelte Identität wider: Studienobjekt, zugleich aber auch echte Kuriosität, fähig ebenso zu verstören wie zu lehren.
Durch ihren hohlen Blick und die Spannung ihrer erstarrten Muskeln verweist sie auf die Tradition der Wunderkammern des frühen 20. Jahrhunderts, in denen sich medizinische Modelle, anatomische Abgüsse, Totenmasken und ungewöhnliche wissenschaftliche Objekte vermischten. Ein authentisches, dichtes, verstörendes Stück, vollkommen geeignet für eine Privatsammlung, die dem Bizarren, dem Wissenschaftlichen oder dem Esoterischen gewidmet ist.
EPOCHE : Art Déco, um 1920–1930
DIMENSION : 10 cm × 8,5 cm
GRÖSSE : 4" × 3.4"
