GALANTE SZENE IN DER BIBLIOTHEK Gemälde EROTICA
GALANTE SZENE IN DER BIBLIOTHEK Gemälde EROTICA
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Dieses kleine ovale Gemälde, eingefasst in einen schlichten schwarzen Rahmen, zeigt eine Interieurszene mit galantem Flair, charakteristisch für den bürgerlichen Geschmack des 19. Jahrhunderts. In einer Bibliothek, ausgestattet mit gebundenen Bänden, hält eine Frau in korsettierter Robe und weißer Haube eine Kerze, deren Flamme ihr Gesicht und ihre Schultern hell erleuchtet. Überrascht oder zögerlich versucht sie, sich den zudringlichen Gesten eines Mannes zu entziehen, der neben ihr sitzt, sie zu sich zieht und mit Nachdruck ihr Mieder öffnet. Die Szene, intim und zweideutig, ist mit äußerster Detailgenauigkeit wiedergegeben: Der Tisch im Vordergrund, beladen mit Papieren und einem Opernglas, verweist auf eine gelehrte, geordnete Welt, die plötzlich durch den Einbruch des Begehrens aus dem Gleichgewicht gebracht wird.
Diese Art von Werk gehört zur Tradition der romantischen und galanten Genrebilder des 19. Jahrhunderts, die in bürgerlichen Kreisen besonders geschätzt wurden. Während die große Historienmalerei und Landschaftsdarstellungen die offiziellen Salons dominierten, entwickelte sich ein anderer Markt: jener für kleine Kabinettbilder, präzise und erzählerisch, oft auf Elfenbein, Porzellan oder Kupfer ausgeführt. Sie zirkulierten in privaten Interieurs, gesammelt wegen ihres anekdotischen, manchmal leicht pikanten Charmes, ohne jedoch die Grenze des Anstands zu überschreiten. In einer Gesellschaft, in der die Beziehungen zwischen den Geschlechtern streng kodifiziert waren, ermöglichten solche Szenen, in gedämpfter Form das ewige Spiel von Verführung und weiblichem Widerstand auszudrücken.
Das Kerzenlicht, fragil und flackernd, wird hier zum Symbol von Moral und Wachsamkeit, im Gegensatz zum verschwörerischen Schatten, in dem sich die Leidenschaft ausdrückt. Das Ganze spiegelt gut die Spannung zwischen dem bürgerlichen Ideal der Respektabilität des 19. Jahrhunderts und der diskreten Anziehungskraft sinnlicherer Darstellungen wider, die nicht für öffentliche Salons, sondern für private Blicke bestimmt waren. Die Signatur, sichtbar im unteren Bereich, gelesen als Ferres oder ähnlich, weist auf einen noch zu identifizierenden Maler hin, der wahrscheinlich zu jenem Kreis von Künstlern gehörte, die sich im Laufe des Jahrhunderts auf kleine, galante Szenen spezialisierten.
EPOCHE : 19. Jahrhundert
GESAMTABMESSUNG MIT RAHMEN 16 cm x 14 cm
GRÖSSE MIT RAHMEN : 6.3" x 5.5"
