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FASCICULUS EXORCISMORUM – Exorzismen, Ende des 17. Jahrhunderts

FASCICULUS EXORCISMORUM – Exorzismen, Ende des 17. Jahrhunderts

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Exorzismen, Beschwörungen und Segnungen
Spanien, Caesaraugusta (Saragossa), Ende des 17. – Anfang des 18. Jahrhunderts

Dieser Band ist weder ein Lesebuch noch eine theologische Abhandlung. Es handelt sich um ein operatives katholisches Ritualbuch, das dafür bestimmt war, unmittelbar in der Praxis von Exorzismen, Beschwörungen und Segnungen verwendet zu werden. Unter dem Titel Fasciculus Exorcismorum wurde dieses Werk in Spanien, in Caesaraugusta (Saragossa), gegen Ende des 17. oder ganz zu Beginn des 18. Jahrhunderts gedruckt, in einer Zeit, in der die Gegenwart des Dämons als real, aktiv und gefährlich angesehen wurde.

Das Buch ist bewusst kompakt gehalten. Sein Format, sein zeitgenössischer Einband aus tief patiniertem braunem Leder sowie die deutliche Geschmeidigkeit der Seiten zeigen, dass es sich um einen Band handelt, der dafür bestimmt war, mitgeführt, rasch geöffnet und im unmittelbaren Einsatz konsultiert zu werden. Er begleitete den Priester bei konkreten Situationen: Besessenheiten, Heimsuchungen von Orten, anhaltenden Störungen, Naturplagen, Schäden an Ernten und Unordnungen, die der dämonischen Wirkung zugeschrieben wurden. Nichts in diesem Werk gehört zur Spekulation oder stillen Betrachtung – alles ist auf rituelle Wirksamkeit ausgerichtet.

Der Fasciculus Exorcismorum versammelt ein dichtes Corpus von eigentlichen Exorzismen, Beschwörungen und Segnungen. Die Formeln zielen darauf ab, den Dämon zu zwingen, ihn aus Personen, Häusern, Ländern und Tieren zu vertreiben, aber auch seine Wirkung auf die Elemente zurückzuweisen: Winde, Stürme, als bösartig angesehene Wolken, zerstörerische Insekten und andere Plagen. Der Dämon wird darin fortwährend benannt, angerufen und befohlen. Er ist niemals eine Metapher, sondern eine personale Entität, die fähig ist, auf die sichtbare wie auf die unsichtbare Welt einzuwirken.

Die in diesem Band enthaltenen Exorzismen sind direkt, autoritativ und strukturiert. Sie erscheinen in Form ausdrücklicher Befehle, von Anordnungen im Namen Gottes und von Anrufungen, die darauf abzielen, den Dämon zum Rückzug zu zwingen. Der Text wechselt zwischen Litaneien, Befehlen und abschließenden Gebeten nach einer strengen Abfolge, die dafür bestimmt ist, laut ausgesprochen zu werden. Das Buch hat nicht die Aufgabe, den Kampf gegen das Böse zu beschreiben, sondern ihn zu führen.

Der gesamte Text ist in Latein verfasst, der rituellen und juristischen Sprache der katholischen Kirche. Diese Wahl bestätigt den strikt offiziellen und liturgischen Charakter des Werkes: Es sind die eigentlichen Worte, die ausgesprochen werden mussten, damit der Akt des Exorzismus als gültig galt. Nichts bleibt der persönlichen Interpretation oder Improvisation überlassen.

Das vorliegende Exemplar zeichnet sich in besonderer Weise durch das Vorhandensein alter handschriftlicher Randnotizen an mehreren Stellen aus. Diese Vermerke, die sich auf kurze Hinweise wie „si“ und „no“ beschränken, stellen weder Kommentare noch doktrinäre Ergänzungen dar. Sie gehören zu einem streng funktionalen Gebrauch. Sie markieren Formeln, die je nach Situation anzuwenden oder im Gegenteil zu vermeiden waren. Diese handschriftlichen Zeichen zeugen von einer aktiven, professionellen Lektüre, bei der der Priester die Riten entsprechend der Schwere und der Natur des bekämpften Übels auswählt, hierarchisiert und anwendet.

Diese Anmerkungen sind von zentraler Bedeutung: Sie beweisen, dass dieses Buch nicht nur besessen wurde, sondern im praktischen Einsatz verwendet wurde, genau in dem Moment, in dem die Exorzismen ausgesprochen wurden. Der gedruckte Text ist nicht starr: Er wurde bearbeitet, durchlaufen und aktiviert. Der Band wird so zu einem wirklichen Instrument des rituellen Kampfes, das von seinem Benutzer den konkreten Umständen angepasst wurde.

Der zeitgenössische Einband aus braunem Leder ist authentisch und unrestauriert. Er weist Reibungen, alte Gebrauchsspuren und eine tiefe Patina auf, die mit einer langen Nutzung übereinstimmt. Das Innere ist gesund, der Druck klar und gut lesbar, mit einigen alten Spuren, die mit Alter und Funktion des Bandes vereinbar sind, ohne die Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Das Ganze bewahrt eine bemerkenswerte Homogenität und Festigkeit für ein rituelles Buch dieser Zeit.

Der Fasciculus Exorcismorum ist heute ein seltenes materielles Zeugnis der tatsächlichen Praxis von Exorzismen im katholischen Europa am Ende der frühen Neuzeit. Es ist kein Buch, das über den Dämon spricht, sondern ein Buch, das dafür geschaffen wurde, ihm entgegenzutreten, gehalten in Händen, die überzeugt waren, dass die auf diesen Seiten niedergeschriebenen Worte eine feindliche Präsenz zwingen und die geistliche Ordnung wiederherstellen konnten.


Zustand und bibliophile Beschreibung

Band in-8° (Octavo), 136 Seiten. Zeitgenössischer Einband in vollbraunem Leder, Rücken mit Bünden, unrestauriert, mit tiefer Gebrauchspatina, Reibungen und alten Handhabungsspuren. Innen sauber, Druck klar und regelmäßig. Alte handschriftliche Randnotizen, rein funktionaler Natur. Solides Werk, gut erhalten für ein operatives Exorzismus-Handbuch vom Ende des 17. – Anfang des 18. Jahrhunderts.

Format : in-12, 136 Seiten
Maße : ca. 15 × 11 cm
Size : ca. 5.9" × 4.3"
Sprache : Latein
Datierung : Ende des 17. – Anfang des 18. Jahrhunderts
Einband : zeitgenössisches Vollleder, Rücken mit Bünden, unrestaurierter Gebrauchseinband

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