EROTISCHER ART-DÉCO-SARKOPHAG AUS BRONZE – BERGMANN
EROTISCHER ART-DÉCO-SARKOPHAG AUS BRONZE – BERGMANN
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Seltener, fein ziselierter und polychrom gefasster Bronzesarkophag, signiert vom berühmten Wiener Bronzegießer Franz Xaver Bergmann, mit einer doppelten Ikonographie: außen ein reich verzierter ägyptisierender Sarkophag mit Hieroglyphen, göttlichen Attributen und symbolischen Farben; im Inneren eine nackte weibliche Figur, mit einer sinnlichen Modellierung, die typisch für den Art Déco ist.
Die Fassade des Sarkophags, wie ein echter Grabdeckel ausgearbeitet, lässt sich schwenkend öffnen und gibt einen idealisierten weiblichen Körper frei, der lediglich mit Schmuck und einer stilisierten Kopfbedeckung bekleidet ist. Das Ensemble ruht auf einem Sockel aus schwarzem Marmor und honigfarbenem Onyx, charakteristisch für luxuriöse Wiener Arbeiten der Jahre zwischen 1900 und 1930.
Diese Skulptur spielt mit einem doppelten Bedeutungsregister:
zum einen mit der gelehrten Faszination für das alte Ägypten, die nach der Entdeckung des Grabes Tutanchamuns im Jahr 1922 noch verstärkt wurde, zum anderen mit der sinnlichen und mitunter beunruhigenden Ästhetik der Art-Déco-Künstler. Der Kontrast zwischen der hieratischen, funerären Außenseite und dem Inneren, das eine weibliche Figur von kühler Schönheit enthüllt, erzeugt eine Spannung zwischen Archäologie, Erotik und Schrecken, wie sie typisch ist für Kabinettstücke, die für Sammler von Kuriositäten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschaffen wurden.
Die Bronze weist ihre originale Patina auf, mit eleganten Polychromien, die in den Hieroglyphen und Ornamenten des Sarkophags noch deutlich sichtbar sind. Die weibliche Statuette bewahrt ihren metallischen Glanz und ihre rosige Inkarnatfarbe. Stabiles Scharnier und vollständig funktionsfähiger Öffnungsmechanismus.
Die ägyptomanen Skulpturen aus der Signatur Bergmann zählen aufgrund ihrer Seltenheit, der hohen Gussqualität und der besonderen Bildwelt, die sie vermitteln, zu den begehrtesten Objekten des Marktes – angesiedelt zwischen Kabinett der Kuriositäten, orientalistischem Kunstschaffen und der fin-de-siècle-Dekadenz.
Hinweis: eine sehr kleine Absplitterung an der Rückseite des schwarzen Marmors.
EPOCHE : Art Déco, um 1920–1930
ABMESSUNGEN : 25 cm × 14 cm
GRÖSSE : 9,8" × 5,5"
Die Ägyptomanie, die nach 1900 außerordentlich populär war, inspirierte zahlreiche Künstler, die von den Totenriten und der monumentalen Ästhetik der Pharaonen fasziniert waren. Diese Vorliebe für das Fremde, verbunden mit einem wachsenden archäologischen Interesse, prägte die Vorstellungskraft Wiener Werkstätten wie jener Bergmanns, die bewusst mit dem Kontrast zwischen der feierlichen Strenge der Mumien und dem stilisierten weiblichen Akt als Sinnbild von Modernität und Sinnlichkeit spielten.
Dieses Werk reiht sich vollständig in diese Tradition ein und bietet eine fantasievolle Neuinterpretation des Sarkophags als Objekt mit Geheimnis, das Mysterium, Schönheit und Schauder miteinander verbindet.
Franz Xaver Bergmann (auch Franz Xaver Bergmann) (1861–1936) war der Inhaber einer Wiener Bronzegießerei, die eine Vielzahl orientalischer, erotischer und tierischer Figuren herstellte. Sein Vater, Franz Bergmann (1838–1894), war ein professioneller Ziseleur aus Gablonz, der sich in Wien niederließ und dort 1860 eine kleine Bronzemanufaktur gründete. Nachdem sein Sohn Franz Xaver Bergmann das Unternehmen übernommen hatte, wurde um 1900 eine neue Gießerei eingerichtet; zahlreiche Bronzen basierten jedoch weiterhin auf Modellen aus der Werkstatt des Vaters. Die Bergmann-Werkstätten beschäftigten viele Bildhauer, darunter Bruno Zach. Um die Wende zum 20. Jahrhundert existierten rund fünfzig Werkstätten, die Wiener Bronzen produzierten. Die Gießerei Bergmann wurde 1930 infolge der Weltwirtschaftskrise geschlossen.
