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DER GROSSE ALBERT (1743 + 1769) – Buch der Geheimnisse, Medizin und okkultes Wissen

DER GROSSE ALBERT (1743 + 1769) – Buch der Geheimnisse, Medizin und okkultes Wissen

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Geheimnisse, Heilmittel, Rezepte und praktische Medizin
Ein Ensemble operativer Kenntnisse zwischen natürlicher Magie, häuslicher Medizin und volkstümlicher Tradition – 18. Jahrhundert

Dieses Ensemble vereint zwei Werke, die durch ihre Funktion, ihre Rezeption und ihr Vorstellungsuniversum eng miteinander verbunden sind: Die bewundernswerten Geheimnisse Alberts des Großen, 1743 in Lyon gedruckt, und Der moderne Albert, oder neue erprobte und erlaubte Geheimnisse, 1769 in Paris veröffentlicht. Zusammen bilden sie ein besonders aussagekräftiges Zeugnis für das Fortbestehen und die Anpassung eines praktischen Wissens im 18. Jahrhundert, das an der Schnittstelle von Volksmedizin, natürlicher Magie, häuslicher Alchemie und empirischem Geheimwissen angesiedelt ist.

Diese Bücher waren nicht allein für die gelehrte Neugier bestimmt. Sie wurden konzipiert, um konsultiert, benutzt und auf der Suche nach einem Rezept, einem Heilmittel, einem Verfahren oder einer konkreten Antwort auf ein unmittelbares Bedürfnis durchblättert zu werden. Sie gehören zu jener Literatur der aktiven Weitergabe, in der das Buch sich nicht darauf beschränkt, Wissen zu beschreiben: es stellt es zur Verfügung, macht es anwendbar und begleitet seine Nutzung.

Die bewundernswerten Geheimnisse Alberts des Großen stehen in einer der berühmtesten Traditionen der europäischen okkulten und medizinischen Kultur. Unter dem prestigeträchtigen Namen Albert des Großen, einer gelehrten und legendären Autoritätsfigur, versammelt das Werk Abhandlungen über die Empfängnis, die Kräfte der Kräuter, Edelsteine und Tiere sowie Betrachtungen zur Physiognomie und Rezepte zum Schutz vor Pest, bösartigen Fiebern, Giften und Luftvergiftung. Das Buch bildet so ein Reservoir gemischter Kenntnisse, in dem die Beobachtung der Natur, empirische Medizin und alte Glaubensvorstellungen widerspruchslos nebeneinander bestehen.

Diese Art von Werk gehört weder zur reinen Aberglaubensliteratur noch zur akademischen Wissenschaft im modernen Sinne. Sie zeugt von einer Zeit, in der die verborgenen Eigenschaften der Dinge — Pflanzen, Mineralien, tierische Substanzen, menschliche Temperamente — als real galten und deren Kenntnis eine Wirkung auf Körper, Gesundheit, Schutz und mitunter das Schicksal versprach. Die Autorität des Textes beruht genau auf diesem Versprechen: dem eines überlieferten, erprobten und angesammelten Wissens, das dem Leser als ein Ensemble nutzbarer Kräfte zugänglich gemacht wird.

An seiner Seite setzt Der moderne Albert diese Tradition fort und aktualisiert sie. Schon der Titel zeigt seinen Anspruch: das Erbe der alten „Geheimnisse“ aufzugreifen und es im Licht neuerer Entdeckungen sowie innerhalb eines als erlaubt und erprobt dargestellten Rahmens neu zu ordnen. Während Die bewundernswerten Geheimnisse noch stark im alten medizinisch-magischen Fundus verwurzelt sind, verlagert Der moderne Albert diesen Stoff in eine stärker häusliche, praktischere und unmittelbar auf den Alltag ausgerichtete Nutzung. Heilmittel, nützliche Rezepte, Konservierungsverfahren und konkrete Lösungen bilden hier ein Wissen für Haushalt, Land und alltägliches Überleben.

Die Zusammenführung dieser beiden Bände ergibt ein bemerkenswert kohärentes Ensemble. Der erste verkörpert die Tradition von Geheimnissen, die einer alten Autorität zugeschrieben werden und vom Prestige dunkler Überlieferung umgeben sind; der zweite zeigt, wie diese Tradition fortgeführt, angepasst und in eine Kultur nützlicher Rezepte und angewandten Wissens überführt wurde. Gemeinsam eröffnen sie den Zugang zu einer Welt, in der das Buch zugleich Handbuch, Arsenal, Gedächtnisstütze und Repertoire möglicher Handlungen war.

Das Interesse dieses Ensembles liegt auch in seiner Materialität. Diese Bände haben die Zeit als reale Gebrauchsobjekte überdauert. Sie tragen sichtbare Spuren ihrer Zirkulation, ihres Gebrauchs und ihrer Präsenz in privaten Bibliotheken oder häuslichen Umgebungen, in denen man nicht nach Theorie, sondern nach Lösungen suchte. Diese gelebte Dimension ist wesentlich: sie verankert diese Bücher in Praktiken, Gesten, Überzeugungen und konkreten Gewohnheiten. Sie sind keine abstrakten Überreste eines alten Vorstellungsraums, sondern materielle Zeugnisse eines alltäglichen Verhältnisses zum Geheimnis, zum Heilmittel und zum Unsichtbaren.

Durch ihren Inhalt, ihre Ausstrahlung und ihre Kohärenz bilden Die bewundernswerten Geheimnisse Alberts des Großen und Der moderne Albert heute ein besonders eindrucksvolles Ensemble der Kultur der Geheimnisbücher im 18. Jahrhundert. Es sind Bücher des Übergangs zwischen mehreren Welten: zwischen natürlicher Magie und Medizin, zwischen überlieferter Gelehrsamkeit und volkstümlichem Gebrauch, zwischen alter Autorität und moderner Anpassung. Sie bewahren die Spur einer Zeit, in der sich Wissen noch nicht klar zwischen Wissenschaft, Rezept, Glaube und Erfahrung trennte, sondern in der dichten, verführerischen und operativen Form des Geheimnisses zirkulierte.

Zustand und bibliophile Beschreibung
Ensemble von zwei Bänden im Format in-12. Die bewundernswerten Geheimnisse Alberts des Großen: Lyoner Ausgabe von 1743, 4 Bücher in einem Band, illustriert mit 4 Tafeln außerhalb des Textes. Einband aus braunem Kalbsleder, vermutlich aus dem 19. Jahrhundert, Rücken mit Bünden und Goldprägung, Duseuil-Rahmung auf den Deckeln, doppelter Goldfilet auf den Kanten, Innenvergoldung und Goldschnitt. Dekorativer Einband mit schöner visueller Präsenz, mit Gebrauchsspuren und einer Patina, die dem Alter des Werkes entspricht. Innen gut erhalten, klarer Druck, solides Gesamt.

Der moderne Albert: Pariser Ausgabe von 1769, in zeitgenössischem gesprenkeltem braunem Kalbsleder, glatter Rücken mit Goldverzierung, schwarzes Titelschild. Einband mit Reibungen, Beschädigungen an den Kapitalen, Fehlstellen und Gebrauchsstößen. Innen sauber, mit homogener alter Patina und normalen Gebrauchsspuren. Kohärentes Ensemble, gut in seinem Zustand erhalten, sehr anschaulich für den langfristigen Gebrauch dieser Art praktischer und geheimer Literatur.

Format : 2 Bände in-12
Abmessungen : ca. 16 × 9 cm
Größe : ca. 6,3" × 3,5"
Sprache : Französisch
Datierung : 1743 und 1769
Einband : braunes Kalbsleder; später dekorativer Einband für Die bewundernswerten Geheimnisse Alberts des Großen, zeitgenössisches gesprenkeltes braunes Kalbsleder für Der moderne Albert

Der Große Albert bezeichnet eines der berühmtesten Geheimnisbücher der europäischen volkstümlichen Tradition. Albert dem Großen zugeschrieben, einer bedeutenden gelehrten Gestalt des Mittelalters, handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung im modernen Sinne, sondern um eine zusammengesetzte Sammlung, die häusliche Medizin, okkulte Eigenschaften von Pflanzen, Steinen und Tieren, Schutzrezepte, Physiognomie und als „Geheimnisse“ überliefertes empirisches Wissen vereint. Seine Autorität beruht genau auf dieser prestigeträchtigen Zuschreibung: der Name Albert des Großen garantiert den Wert eines alten, als wirksam, nützlich und erprobt geltenden Wissens. Über Jahrhunderte hinweg wurde der Große Albert gelesen, bewahrt, abgeschrieben und als Buch von Heilmitteln, Verfahren und verborgenem Wissen konsultiert, an der Grenze zwischen natürlicher Magie, Volksmedizin und esoterischer Neugier. Er gehört zu jener weit verbreiteten Literatur, in der das Buch nicht nur ein Lektüreobjekt ist, sondern ein Reservoir von Anwendungen, Rezepten und Kräften, die auf Körper, Gesundheit und die alltägliche Welt einzuwirken vermögen.

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